Spielzeug als Geschenkidee für Kinder

Wenn mein Vater von einer langen Geschäftsreise nach Hause zurück kam, hatte er meist für uns Kinder etwas in seiner Reisetasche dabei. Ein Spielzeugauto aus Mailand, eine Holzrassel aus Californien, einen Lederfussball aus dem Sportgeschäft an der Ecke. Wir haben uns immer auf Papis Rückkehr gefreut, auf den Duft der grossen weiten Welt, den er in Form seiner Mitbringsel nach Hause brachte.

Spielzeug als Mitbringsel war natürlich am beliebtesten, mit den neuen Spielsachen konnte man in eine Traumwelt eintauchen, Held und König und Superstar sein.
Auch heute hat sich daran nichts geändert, der Reiz von Kinderspielzeug ist zeitlos. Trotz Computerzeitalter, trotz einer Flut von multimedialer Information. Spielen ist existentiell. Der Spieltrieb bei Tieren schult deren Reaktion und trainiert den Körper. Auch Menschenkinder lernen durch das Spielen ihre Welt kennen und begreifen. Spielerisch wird schon seit Menschengedenken am besten geschult. Was wäre das kleine Einmaleins ohne die zehn Reihen bunter Holzkugeln, die beim Schieben so schön laut klackern?

Wenn Papi freilich nach Hause kommt und dem Sprössling ein neues Handy oder die nächste Generation des “Gameboy” in die Hand drückt, um sicher zu gehen, dass der Knabe ihn danach nicht beim Fussballabend vorm Fernseher stört, dann wurde die Faszination von Kinderspielzeug eventuell missbraucht. Heutzutage verwechseln arbeitsmüde Eltern gern das Schenken von Spielsachen mit Liebe und Zuneigung. Diese kann bekanntlich nicht gekauft werden. Und wenn der 11-Jährige von seiner Grossmutter ein Plüschbärchen mit hellblauer Schleife zum Geburtstag bekommt, dann hat sie ihren Enkel vermutlich einige Jahre lang nicht heranwachsen sehen.

Kinderspielzeug kann Spass und Erziehung verbinden, kann Lerninhalte aus der Schule vertiefen und die Kreativität der Kinder steigern. Ein schönes Geschenk, das auch noch altersgerecht ist und dem Kind offensichtliche Freude bereitet, verbindet und schafft Zuneigung. Und wenn Vater und Mutter sich dann auch noch die Zeit nehmen, mit dem Sprössling mitzuspielen, dann erfüllt das Spielzeug nicht nur eine grundlegende soziale Funktion, sondern erhält Wärme und Zutrauen. Das Kind spielt und lernt für die Zukunft, die Eltern schalten für eine Weile die alltägliche Realität ab. Erich Kästner, Autor einiger einfallsreicher Kinderbücher, schrieb:” Wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, der ist ein Mensch”.


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