Augen auf beim Spielzeug Kauf

Immer wieder werden wir als Verbraucher durch Meldungen aufgeschreckt, die Spielzeug betreffen. Viele Produkte sind in dieser Kategorie uneingeschränkt zum Verkauf frei gegeben, da die gesetzlichen Regelungen nicht tief genug greifen. Immer wieder machen alarmierende Testergebnisse die Runde in der Blogosphäre und den Nachrichtenportalen.

Sommer 2007: der Spielzeughersteller Mattel muss weltweit knapp 18 Millionen Produkte wegen Sicherheitsmängel zurück rufen. Entweder waren diese mit Blei belastet oder Kleinteile konnten verschluckt werden. Das Thema ist also kein Neues, wellenartig kommen Nachrichten dazu und machen ihre Runde. In einer Untersuchung im November dieses Jahres hatte die deutsche Stiftung Warentest 50 Spielsachen für Kleinkinder getestet. Rund 80 Prozent davon wurden als gefährlich wegen verschluckbarer Kleinteile eingestuft oder es wurde eine Belastung mit Chemikalien diagnostiziert, was für Babyspielzeug eine nicht zu verachtende Gefahr darstellt. Viele Holzspielsachen waren mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen in unterschiedlicher Konzentration behaftet, aber auch Nickel und zinnorganische Verbindungen waren enthalten.

Doch diese Problematik wird noch bis heute nicht mit der richtigen Intensität verfolgt. Weder in Deutschland noch der EU gibt es verbindliche Grenzwerte oder Verbote, die den Verkauf der im Test als gefährlich eingestuften Spielzeuge verbieten. Es ist also alles in einem legalen Rahmen, die Hersteller haben hier keine rechtliche Verfolgung zu befürchten. Sehr kurios ist, dass in Autoreifen die Obergrenze für die polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe bei 1 Milligramm pro Kilogramm Reifen enthalten darf. Eine Vorschrift für diese Stoffgruppe, die sich auf Spielzeug bezieht, existiert nicht. Die Belastung durch diese Chemikalie kann also bis zu einer Konzentration von 100 Milligramm (das Hundertfache) pro Kilogramm betragen – ohne rechtliche Folgen.

Für Eltern bleibt also derzeit keine andere Möglichkeit, als sich auf Hersteller mit Vertrauen und durchgeführte Tests zu verlassen. Dazu sei vor allem die aktuelle Studie der Stiftung Warentest empfohlen.